Die Teilnehmer über unsere Kurse

Krippenbaukurs zum Bau perspektivischer Krippen in Italien

Von Petra Mallinger und Sebastian Raups, Traunreut

Vom 03.-08.Juli wurde den Kursteilnehmern im italienischen Farneta durch Antonio Pigozzi der Bau von perspektivischen Krippen vermittelt. Neben zehn Teilnehmern aus Deutschland nutzten auch fünf Mitglieder des maltesischen Krippenbauvereins die Möglichkeit, unter Anleitung von Antonio Pigozzi die theoretischen Grundlagen dieser speziellen Krippenbauweise in praktischer Arbeit zu erlernen. Unterstützt wurde Antonio von Nicolo Cellegato, Romano Bertole und Domenico Petrucci. Die Räumlichkeiten und die herzliche Art des Hotelpersonals im Al Ciocco boten optimale Rahmenbedingungen. Die Tiefenwirkung einer perspektivischen Krippe wird generell durch verschiedene Faktoren erzeugt. Zum einen muss die Geometrie der Gebäude dem Betrachter eine Tiefe vortäuschen. Daher lernten die Teilnehmer noch vor der Planung der ersten Gebäude wie sie abhängig von der jeweiligen Figurengröße die nötigen Fluchtlinien anzeichnen und die Größe der Krippe festlegen.

Kursteilnehmer

Als Material für die Gebäude wird Styrodur verwendet, welches normalerweise als Dämmungsmaterial im Baugewerbe eingesetzt wird und als solches für den Krippenbauer im Baumarkt erhältlich ist. Als Grundplatte und Basis für die spätere Landschaft kommt bei Krippen von Antonio Pigozzi eine ca. 7 cm dicke Styropor-Platte zum Einsatz. Die Grundfläche für die Gebäude wird zunächst darauf angezeichnet. Durch punktuelles Abtragen und Auftragen von Styropor bietet sich die Möglichkeit, eine Grundstruktur für die spätere Landschaft zu schaffen. Nach Platzierung der Gebäude wird das Styropor mit Gips bestrichen. Der noch feuchte Gips kann im Nachgang mit geeignetem Werkzeug modelliert werden, um Felsstrukturen herauszuarbeiten.

Für die Grundierung von Landschaft und Gebäuden dient eine mit Wasser stark verdünnte dunkle Acrylfarbe. Das spätere Fassen der Krippe erfolgt mit einer Mischung aus Hasenleim und Pigmentfarben. Im Vergleich zu Gebäuden ist für das Fassen von Vegetation und Landschaft ein stärker konzentrierter Leim zu wählen.

Krippenmodell

Beim farblichen Fassen einer perspektivischen Krippe ist zu bedenken, dass nur von einer zentralen Lichtquelle, nämlich der Sonne ausgegangen wird. Stellen, die im Schatten etwa von Gebäuden, Vegetation oder Bergen liegen, sind dunkler zu halten als Stellen im direkten Lichteinfall. Zur Verstärkung des perspektivischen Effektes nimmt die Intensität der Farben zum Horizont hin ab. Selbst der erfahrenste Kursteilnehmer stand staunend daneben wenn Antonio, Nicolo, Romano oder Domenico den Pinsel in die Hand genommen haben und mit ihrem Auge für die passende Farbgebung die Landschaft zum Leben erweckt haben.

Inmitten der umgebenden mediterranen Berglandschaft konnten die Teilnehmer die Licht- und Schattenspiele der Natur selbst studieren und Inspiration für die eigene Krippenlandschaft gewinnen.

Nach einem langen Arbeitstag bot der Abend stets ein abwechslungsreiches Unterhaltungsprogramm, so dass die Bettruhe selten vor Mitternacht eingeläutet wurde. Neben kurzweiligen Musikabenden waren die Kursteilnehmer zu einem Besuch des Krippen-Museums in Gazzano eingeladen. Hierfür haben Antonio Pigozzi und andere Gleichgesinnte mit viel Herzblut die Stallungen eines ehemaligen Priesterseminars umgebaut. Kleine, bis (fast) lebensgroßen Krippen mit integrierter Beschneiungs-Anlage sorgten unter den Kursteilnehmern für Staunen.

Gruppenbild der Teilnehmer

Die Tage waren geprägt von einer entspannten Atmosphäre geprägt, in denen alle Teilnehmer einander unterstützt haben und auch Einsteiger nicht zurückgelassen wurden. Die gemeinsame Zeit und manche „Leiden“ beim Bau haben länderübergreifende Freundschaften entstehen lassen.