Palmen bauen (für orientalische Krippen)

Der Stamm

Für den Palmenstamm verwenden wir u. a. abgenagte Tannenzapfen. Diese werden ineinander gesteckt und geleimt. Dort wo sich der Leim herausdrückt, wird der Ansatz mit Sägemehl abgedichtet. Dadurch sieht man keine Verbindung.

Man kann auch einen Haselnussstock mit Leim bestreichen und mit Makrameeschnur umwickeln. Auf diese umwickelte Schnur wird wieder Leim aufgetragen und Sägemehl festgedrückt. Dann beizt man den Stamm mit gewöhnlicher Nussbeize. Anstatt Sägemehl kann man auch zerkleinerte Kokosfasern benutzen. Somit ist der Palmenstil fertig.

Damit die Palme später steht, wird von unten ein Loch in den Stamm gebohrt und ein Nagel eingeschlagen. Der Kopf vom Nagel wird abgezwickt und so kann man die Palme überall befestigen.

Palmenblätter

Für Palmblätter benötigt man olivgrünes Tonpapier. Man nimmt ein Brett und schlägt an den Längsseiten Nägel in solchen Abständen ein, wie man sie braucht, siehe hierzu die unten aufgeführten Maße der Blätter.

Nun legt man ein Blatt Tonpapier auf das Brett und spannt 0,8 – 1,0 mm ausgeglühten Draht oder Kupferdraht darüber (dieser bricht nach mehrmaligem Biegen nicht durch). Im folgenden benötigt man Klebstoff. Hierfür kann man normalen Leim oder jeden anderen Kontaktkleber nehmen. Leim trocknet jedoch ein und wird später spröde. Am besten eignet sich Pattex, da es zwischen dem Tonpapier wie Gummi, also elastisch, wirkt. Dies ist besonders beim Schneiden der einzelnen Federn günstig. Das Blatt auf dem Brett streicht man mit Pattex ein und legt es zum Trocknen weg. Währenddessen bestreicht man das zweite Blatt mit Pattex. Wenn dies angetrocknet ist, wird es fest auf das andere Blatt mit dem Draht gedrückt. Dann formt man die Blattrippen. Dies geschieht mit einer Schere oder einem Messer. Am besten geht es mit einem Hartholz, in das eine kleine Rille eingefeilt wird. Man fährt mit der Kerbe über den Draht und schon hat man die Rippen fertig.

Nun schneidet man mit dem Messer die einzelnen Streifen zwischen den Rippen durch. Die Drähte vorher abzwicken und dann das Tonpapier mit einer Schere durchschneiden. Jetzt muss man die Blätter in Form schneiden: Unten am Ende werden 2 cm neben der Blattrippe beide Seiten eingeschnitten. Das ist dann der Stil. Anschließend muss man die Blattform schneiden. Damit das Blatt schöner und effektvoller aussieht, nimmt man Ockerfarbe und zieht die Rippen mit einem feinen Pinsel nach. Die Farbe wird mit Leimwasser aufgetragen (Erdfarben).

Danach werden die Federn ins Blatt geschnitten. Dazu nimmt man das Blatt in die linke Hand, den Stil nach außen. Jetzt beginnt man mit dem Schneiden vom Stil her. Das Blatt locker in der Hand halten und den Daumen auf die Rille. Beherrscht man die Technik, schiebt die Schere das Blatt von selbst nach. Das Blatt wird umgedreht und man fängt an der anderen Seite, jetzt von der Spitze bis zum Stil an zu schneiden. Somit ist das Blatt fertig. Bei einer Palme von 20 cm Höhe ist das größte Blatt 11 cm.

So sieht die fertige Palme aus

Am oberen Teil des Stammes werden mit Leim Kokosfasern angeklebt und mit 8 mm Blumendraht umwickelt. Für eine 20 cm hohe Palme legt man folgende Blätter der Reihe nach hin: 5 x 11 cm, 1 x 10 cm, 1 x 9 cm, 1 x 8 cm, 1 x 7 cm, 1 x 6 cm, 1 x 5 cm, 3 x 4 cm.

Jeder Blattstil wird mit Leim bestrichen. Die kleinen Blätter werden als erstes auf die Kokosfaser geklebt und dann mit Draht festgewickelt. Dann folgen die nächstgrößeren. Die Blätter werden versetzt angebracht. Je mehr Blätter angebracht werden, desto schöner und natürlicher wirkt die Palme.

Danach wird wieder Kokosfaser um den Stamm mit Leim festgeklebt und mit Draht umwickelt, damit man das Ankleben der Blätter nicht sieht. Der Draht wird entfernt, wenn der Leim getrocknet ist. Nun werden die Kokosfasern leicht beschnitten, die Palmblätter nach unten gebogen und die Palme ist fertig.

Breite der Streifen
in cm
Stiel
in cm
Blatthöhe
in cm
3,0
2,0
14
2,8
2,0
13
2,6
2,0
12
2,6
2,0
11
2,4
2,0
10
2,2
1,5
9
2,0
1,5
8
2,0
1,5
7
1,8
1,5
6
1,6
1,5
5