Bauanleitung für eine alpenländische Krippe - Einführung

Im letzten Jahr hat unser Forumsmitglied tranner in unserem Forum in einer Serie von Artikeln den Bau einer Tiroler Krippe für seine Tochter dokumentiert. Mit freundlicher Genehmigung dürfen wir seine Texte und Bilder für diese Bauanleitung in unserem Portal verwenden, damit sie nicht in den Tiefen des Forums versteckt bleibt . Dabei haben wir die Bauanleitung aufgrund der Länge zusammengefasst, wer möchte, kann die komplette Anleitung im Forum nachlesen. In den nächsten Wochen werden wir nach und nach die einzelnen Bauabschnitte als Artikelfolge veröffentlichen.

 Vorüberlegungen

Vor dem Bau einer Krippe ist eine gewisse Planung wichtig. Zum Einen ist da die Frage nach der Art der Krippe: Soll es eine orientalische Krippe oder eher eine Heimatkrippe sein? Zum Begriff der „Tiroler Krippe“ möchte ich noch folgendes festhalten: Wir in Tirol nennen sie natürlich so, es ist einfach eine ländliche, dem Gebiet des Erbauers angepasste Bauart, die die Heimat widerspiegelt.

So wird die fertige Krippe aussehen

Die zweite zu beantwortende Frage ist die Größe der Krippe: Große Krippen muss man aufteilen, damit sie transportiert und gelagert werden können. Eine große Krippe bedeutet auch viele Figuren. Da man sich schöne Figuren meist nicht in einem Aufwasch leisten kann, bedeutet das auch, dass die Krippe einige Jahre eher „unterbesetzt“ sein wird. Als Beispiel kann ich anführen, dass ich bei meiner Krippe für 35 Figuren fast zehn Jahre benötigt habe. Bezüglich der Figuren noch eine Anmerkung: Wer die Entscheidung trifft, sich eine Krippe zu bauen, Zeit dafür aufwendet, sollte auch die Entscheidung fällen, schöne Figuren anzuschaffen. Es gibt genügend Fachgeschäfte und ich kann nur bestätigen, dass es immer wieder eine Freude ist, jährlich eine neue Figur hinzuzufügen. Die günstigen Plastikfiguren, meist eher grell gefärbt, wirken oft wie ein Fremdkörper auf der Krippe. Bei den Krippenfiguren haben wir uns für diese Krippe auf eine Größe von 9 cm geeinigt.

Was ich aber ablehne, und das findet man auch bei uns oft, sind wahre Modellbauten. Sicherlich steckt viel Arbeit und Können dahinter, nur ist Jesus eben in keinem Bauernhof geboren worden. Es wird von einem Stall gesprochen, ob er im Orient steht, oder wie bei uns in den Bergen, ist eher nebensächlich – aber es sollte immer eine Krippe bleiben und kein Modellbau. Von meinen Lehrmeistern habe ich gelernt und ich gebe es in meinen Kursen auch so weiter: ein „Stadel“ sollte so aussehen, als wenn er dem Krippenbauer auf den Boden gefallen wäre.

Nun, nachdem Größe und Art der Krippe festgelegt sind, noch einige Anmerkungen zur Aufstellung, dem Standort einer Krippe. Im Idealfall sollte der Stall oder die Grotte immer vom Raummittelpunkt eingesehen werden können. Eine Krippe kommt so am besten zur Geltung, und der Betrachter muss nicht erst zur Krippe hingehen, um das Geschehen zu sehen. Dass es ideal ist, wenn sich in der Nähe eine Steckdose für die Beleuchtung befindet, sei nur so nebenbei erwähnt.

Das soll es nun zur Planung gewesen sein, fangen wir also mit dem Bauen an. Diese Anleitung ist in folgende Abschnitte eingeteilt:

  • Grundplatte und Rahmen

  • Gebirge und Gelände

  • Gebäude

  • Beizen, Patinieren

  • Elektrik

  • Spachteln

  • Grundieren

  • Zubehör und Botanik

  • Waschen

  • Fassen

  • Streuen